Urlaubsanspruch für Angestellte

Wieviel Urlaub sieht das Bundesurlaubsgesetz vor? Wieviel Urlaub steht dem Angestellten zu, wenn er Mitten im Monat oder Jahr anfängt? Was passiert mit dem Urlaub bei einer Kündigung?

Fragen über Fragen, auf die man als Arbeitgeber eine Antwort haben sollte. Da das nicht immer so einfach ist, möchten wir Licht ins Dunkel bringen.

Mindesturlaub laut Bundesurlaubsgesetz

Unser Bundesurlaubsgesetz stammt in der aktuell gültigen Fassung aus dem Jahr 1963 – also noch aus dem letzten Jahrhundert. Damals war es noch üblich 6 Tage in der Woche zu arbeiten und nur einen Tag frei zu haben.

Daher stehen im Bundesurlaubsgesetz noch 24 Werktage Urlaub als Mindesturlaub festgeschrieben. Bei einer 6 Tage Woche sind das damit 4 Wochen Urlaub im Jahr. Als Werktag gilt demnach auch der Samstag.

Da die meisten Mitarbeitenden heute eine 5 Tage Woche haben, reduziert sich dementsprechend auch der Mindesturlaub. Er beträgt bei einer 5 Tage Woche nur noch 20 Tage Urlaub pro Jahr. Das ist zulässig, da 1963, als das Gesetz beschlossen wurde, die 6 Tage Woche Standard war.

Berechnung des Urlaubs bei Neueinstellungen

Im Unternehmen sollte zuerst einmal eine Regelung getroffen sein, wieviel Urlaubstage einem Mitarbeitenden zustehen. Dies muss mindestens der Mindesturlaub von 24, bzw. 20 Tagen bei einer 5-Tage Woche sein, ist aber nach oben hin offen. Ein Großteil der Betriebe rechnet hier sogar mit 30 Tagen Urlaub bei einer 5 Tage Woche. Dies entspricht 2,5 Tage pro Monat (30 Tage Urlaub geteilt durch 12 Monate). Selbstverständlich gibt es aber auch hier Abweichungen nach unten, sowie auch nach oben.

Fängt der/die Mitarbeiter*in im März im Betrieb an zu arbeiten, dann verbleiben noch bis Jahresende 10 volle Monate. Damit stehen ihm/ihr 2,5 Tage * 10 Monate = 25 Tage Urlaub im ersten Jahr zu. Bei einem Start Mitte März, sind es nur noch 9,5 Monate also 23,75 Tage oder gerundet 24 Tage Urlaub.

Dürfen Mitarbeitende alle Urlaubstage sofort nehmen?

Ein neuer Kollege möchte direkt nach seinem ersten Monat, drei Wochen Urlaub am Stück nehmen. Ist das zulässig? Nein, das ist es nicht. Neue Angestellte haben nach Arbeitsantritt im Unternehmen eine Wartezeit von 6 Monaten, bis ihnen der volle Urlaub zusteht.

In den ersten 6 Monaten, baut sich ihr Urlaubsanspruch auf. Im ersten Monat 2,5 Tage, im zweiten Monat 5 Tage usw. Erst nach 6 Monaten Wartezeit, haben Mitarbeitende Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub.

Wie lang darf der Urlaub am Stück genommen werden?

Nicht selten kommt von Mitarbeitenden der Wunsch nach drei Wochen Urlaub. Menschlich ist dieser Wunsch absolut nachvollziehbar, den Betrieb stellt er aber teilweise vor große Herausforderungen.

Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber im Bundesurlaubsgesetz den Urlaubsanspruch für Angestellte auf 2-Wochen Urlaub am Stück begrenzt. Längere Urlaube sind nur bei gutem Willen der Geschäftsführung – also von Ihnen – möglich. Angestellte haben darauf aber keinen Anspruch.

Dürfen Sie einen Urlaubsantrag ablehnen?

Absolut, ja. Sie, als Arbeitgeber, können aus Sachgründen den Urlaubsantrag von Mitarbeitenden ablehnen.

Sie können beispielsweise den Urlaub ablehnen, wenn Ihnen in diesem Zeitraum zu viele Mitarbeiter*innen, durch gleichzeitigen Urlaub, ausfallen würden und Sie damit den Betrieb damit nicht mehr am Laufen halten könnten. Oder Ihr Unternehmen z.B. den Hauptumsatz an Weihnachten oder in der Feriensaison macht. In diesem Fall können Sie für diesen Zeitraum Urlaubssperren verhängen, damit genügend Mitarbeitende zur Verfügung stehen.

Ein/e Mitarbeiter*in wird im Urlaub krank. Wie ist die Regelung?

Wenn Mitarbeitende im Urlaub erkranken und dies glaubhaft, durch den Nachweis einer Krankschreibung, belegen können, gelten diese Tage nicht als Urlaub, sondern als Krankheit. Der Urlaubsanspruch verfällt damit nicht und Mitarbeitende können die so verlorenen Urlaubstage durch einen anderen Urlaub nachholen. Das eigenmächtige Anhängen der verlorenen Urlaubstage an den beantragen Urlaub ist dabei aber nicht zulässig.

Frei an Heiligabend oder Silvester?

Heiligabend und Silvester sind keine gesetzlichen Feiertage in Deutschland. Arbeitgeber können also von Ihren Angestellten verlangen, an diesen Tagen voll zu arbeiten, oder sich einen Tag Urlaub dafür einzuplanen.

Die meisten Arbeitgeber in Deutschland geben Ihren Angestellten aber auf freiwilliger Basis einen halben Tag frei. Mitarbeitende müssen daher meistens nur 1 Tag Urlaub für beide Festtage einplanen. Gute Zeiterfassungssysteme wie TimePunch unterstützen dies, indem die Software es ermöglicht, halbe Feiertage frei zu definieren.

Urlaubsanspruch bei Kündigung

Mitarbeitende die kündigen, oder gekündigt werden, haben Anspruch auf Erholungsurlaub. Dabei ist es aber entscheidend, ob die Kündigung in der ersten Jahreshälfte, also bis zum 30.06. erfolgt, oder danach. Bei einer Kündigung in der ersten Jahreshälfte, haben Mitarbeitende wiederum nur anteiligen Anspruch auf ihren Urlaub. Anteilig heißt auch hier, pro Monat 1/12 des vertraglich festgelegten Urlaubs. Erst ab dem 01.07. steht dem Mitarbeitenden der volle Jahresurlaub zu.

Aber aufgepasst, für Betriebe lohnt es sich eine „pro rata temporis“ Klausel in den Arbeitsvertrag aufzunehmen. Die Vertragsklausel könnte wie folgt lauten:

“Bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte wird der Urlaubsanspruch gezwölftelt, wobei die Kürzung allerdings nur insoweit erfolgt, als dadurch nicht der gesetzlich vorgeschriebene Mindesturlaub unterschritten wird.”

Sofern diese Klausel im Arbeitsvertrag enthalten ist, können Sie den Urlaubsanspruch auch bei Kündigung nach dem 01.07. anteilig berechnen, solange nicht der vorgeschriebene Mindesturlaub von 20 Tage, bzw. 24 Tagen bei einer 6 Tage Woche unterschritten wird.

Fazit

Urlaubsanspruch und Berechnung sind nicht immer einfach. Daher ist es gut, ein Zeiterfassungs-System wie TimePunch zu nutzen, damit Sie als Arbeitgeber immer den Überblick behalten.

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Smarte Urlaubsplanung in 2022

Das neue Jahr hat gerade angefangen, und schon stellt sich die Frage, wie kann man den verfügbaren Urlaub, sinnvoll auf das neue Jahr aufteilen.

Erholungsurlaub

Was den Urlaub angeht, hat natürlich jeder eigene Präferenzen. Der eine mag es eher warm und bevorzugt die südlichen Gefilde, der andere sucht die Kälte und den Schnee, um beim Skifahren den Kopf freizubekommen.

Brückentage

Abseits dieser großen Urlaubsplanung gibt es aber auch immer ein paar Nebenschauplätze, um die sich alle Mitarbeitenden gleichermaßen streiten – die Brückentage.

Laut Wikipedia bezeichnet ein Brückentage einen Arbeitstag, der zwischen einem Feiertag und einem zumeist ohnehin arbeitsfreien Tag wie Samstag oder Sonntag liegt. Diese Brückentage sind leider rar, aber auch nicht die einzigen Tage, auf die es sich zu achten lohnt.

Verlängerte Wochenenden

Über das geschickte Kombinieren von Feiertagen vor einem Samstag oder nach einem Wochenende, lassen sich ebenso gute Ergebnisse erzielen und mit einem einzigen Urlaubstag 4 freie Tage für ein verlängertes Wochenende herausholen.

1 Tag Urlaub – 4 Tage frei

Der Anspruch dabei ist, sie nehmen ein Tag Urlaub und erhalten dafür vier freie Tage zur Erholung. Wie und wo sie das je nach Bundesland am besten angehen, zeigt die folgende Übersicht.

So ausgerüstet kann man mit 7 Urlaubstagen in Bayern z.B. maximale 28 Tage Freizeit herausholen – mehr als mancher Angestellte insgesamt an Urlaub zur Verfügung hat.

Bundesweite Urlaubshighlights:

Diese Tage kann jeder ausnutzen.

  • Urlaub am Freitag 27.05. und 4 Tage frei über Christi Himmelfahrt vom 26.05. bis 29.05.
  • Urlaub am Freitag 03.06. und 4 Tage frei vom 03.06. bis 06.06. Pfingstmontag
  • Urlaub am Freitag 30.09. und 4 Tage frei vom 30.09. bis 03.10. Tag der deutschen Einheit

Unsere Tipps für Euer Bundesland:

Baden-Württemberg:

  • Urlaub am Freitag 07.01. und 4 Tage frei über Heilige drei Könige vom 06.01. bis 09.01.
  • Urlaub am Freitag 17.06. und 4 Tage frei über Fronleichnam vom 16.06. bis 19.06.
  • Urlaub am Montag 30.10. und 4 Tage frei vom 29.10. bis 01.11. Allerheiligen

Bayern:

  • Urlaub am Freitag 07.01. und 4 Tage frei über Heilige drei Könige vom 06.01. bis 09.01.
  • Urlaub am Freitag 17.06. und 4 Tage frei über Fronleichnam vom 16.06. bis 19.06.
  • Urlaub am Freitag 12.08. und 4 Tage frei vom 12.08. bis 15.08. Mariä Himmelfahrt
  • Urlaub am Montag 30.10. und 4 Tage frei vom 29.10. bis 01.11. Allerheiligen

Berlin:

  • Urlaub am Montag 07.03. und 4 Tage frei vom 05.03. bis 08.03. Internationaler Frauentag

Brandenburg:

  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

Bremen:

  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

Hamburg:

  • Hier gibt es leider keinen Blumentopf zu gewinnen

Hessen:

  • Urlaub am Freitag 17.06. und 4 Tage frei über Fronleichnam vom 16.06. bis 19.06.

Mecklenburg-Vorpommern:

  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

Niedersachsen:

  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

Nordrhein-Westfalen:

  • Urlaub am Freitag 17.06. und 4 Tage frei über Fronleichnam vom 16.06. bis 19.06.
  • Urlaub am Montag 30.10. und 4 Tage frei vom 29.10. bis 01.11. Allerheiligen

Rheinland-Pfalz:

  • Urlaub am Freitag 17.06. und 4 Tage frei über Fronleichnam vom 16.06. bis 19.06.
  • Urlaub am Montag 30.10. und 4 Tage frei vom 29.10. bis 01.11. Allerheiligen

Saarland:

  • Urlaub am Freitag 17.06. und 4 Tage frei über Fronleichnam vom 16.06. bis 19.06.
  • Urlaub am Freitag 12.08. und 4 Tage frei vom 12.08. bis 15.08. Mariä Himmelfahrt
  • Urlaub am Montag 30.10. und 4 Tage frei vom 29.10. bis 01.11. Allerheiligen

Sachsen:

  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

Sachsen-Anhalt:

  • Urlaub am Freitag 07.01. und 4 Tage frei über Heilige drei Könige vom 06.01. bis 09.01.
  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

Schleswig-Holstein:

  • Hier gibt es leider keinen Blumentopf zu gewinnen

Thüringen:

  • Urlaub am Freitag 28.10. und 4 Tage frei vom 28.10. bis 31.10. Reformationstag

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